Die Flucht von Sonja Heck

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Beschreibung

Die Flucht aus der Welt von Tales are Real

Begleite den namenlosen Sklaven auf seiner verzweifelten Flucht durch die düstere Welt von Thar. Aus den Klauen der grausamen Animalis entkommen, kämpft er sich durch das undurchdringliche Dickicht des finsteren Waldes, immer auf der Hut vor seinen erbarmungslosen Verfolgern.

In “Die Flucht” entfaltet sich eine atemlose Jagd durch die Schatten, geprägt von Spannung, Gefahr und unerwarteten Wendungen. Mit jedem Schritt kämpft der Namenlose nicht nur um sein eigenes Überleben, sondern auch um die Hoffnung auf eine Zukunft jenseits der Tyrannei der Animalis.

Leseprobe

Seine Beine zittern, Adrenalin pumpt durch seine Venen. Die mondlose Nacht hat es ihm ermöglicht, zu fliehen und er hat es tatsächlich bis zum Wald von Thaar geschafft. Ohne zurückzusehen, ist er über die gesamte Ebene gerannt.

Der Koch stützt sich am Stamm eines Baumes ab, um zu Atem zu kommen. Langsam wirft er einen Blick über die Schulter. In der Ferne sieht er den Schein des Feuers, das um sich greift, Zelte verschlingt, Leichen vertilgt und neue schafft. Die Grauen, die sich im Lager ereignet haben, verfolgen ihn. Phantom Schreie verbrennender Sklaven dringen an sein Ohr. Den Kopf schüttelnd, verscheucht er die Erinnerung, er will nicht darüber nachdenken.

Unter seiner schwieligen Hand spürt er das Holz des Baumes, echtes, lebendiges Holz. Durch die abgetretenen Stiefel und das zerrissene Beinkleid kitzelt ihn das kniehohe Gras.

Die Erkenntnis, dass er nach all den Jahren frei ist, sickert schleppend in sein überreiztes Gehirn. Ein wundersames Gefühl, wenn man wie der Koch in die Sklaverei geboren wurde. Er tastet danach in seinem Inneren, befühlt es. Von seinen Mitgefangenen weiß er, dass er sich freuen sollte, irgendetwas empfinden müsste. Wenn sie ihm von ihrem Leben vor den Animalis erzählten, leuchteten ihre Augen mit einem Funken, der ihm verwehrt geblieben ist. Dafür ist kein Platz in seiner Gefühlswelt. Außer einem zarten Pflänzchen der Erleichterung ist er gefühllos.

Der Koch lacht grimmig, es ist zu früh für Optimismus. Solange er den Schattenwesen nicht entkommen ist, sollte er sich keine falschen Hoffnungen machen. Die Nacht gehört ihnen, das spürt er deutlich, eine Tatsache, die ihn tiefer in den Wald treibt. Ausharren ist keine Option.

Seine müden Beine schleppen ihn über Wurzeln und Gestein. Es ist ungewöhnlich still geworden, was dem Koch jedoch entgeht. Er konzentriert sich auf die Umgebung, welche mit den Schatten verschmilzt. Am Rand des Waldes konnte er sich sicher bewegen, da das lodernde Feuer des Lagers ihm aus der Ferne den Weg erhellt hat.

Details

Autor/in: Sonja Heck
Verlag: Tales are Real
Herausgeber: Richard Heinrich
Reihe: Fantastische Kurzgeschichten #2
Format: PDF
Seitenzahl: 9

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